Berufsunfähigkeitsversicherung – der Ratgeber für 2026
Wer sie braucht, was sie kostet und wie Sie die richtige BU-Rente für sich finden.
Berufsunfähigkeitsversicherung auf einen Blick
- Was sie leistet: Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst – unabhängig davon, ob eine andere Tätigkeit möglich wäre.
- Was sie kostet: Für eine 1.000 €-Rente meist 40 bis 120 € pro Monat, je nach Beruf, Alter und Gesundheitsstatus. Büroberufe zahlen am wenigsten, Bau und Handwerk am meisten.
- Wer sie braucht: Jeder, dessen Arbeitskraft die Existenz sichert. Besonders wichtig für Handwerker, Pflegekräfte, Bauarbeiter und Lehrer, die körperlich oder stimmlich stark belastet sind.
- Empfohlene Rente: Rund 70–80 % des Nettoeinkommens, damit der Lebensstandard auch im Leistungsfall gehalten werden kann.
Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sichert deine Arbeitskraft ab. Werden Sie krank oder verletzt und können Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich zu weniger als 50 % für längere Zeit (meist sechs Monate) ausüben, zahlt die Versicherung eine monatliche Rente – oft bis zum vereinbarten Rentenbeginn.
Entscheidend ist der konkrete Beruf und nicht die allgemeine Erwerbsfähigkeit: Ein Chirurg, der seine Hand nicht mehr einsetzen kann, ist berufsunfähig – auch wenn er theoretisch in der Verwaltung arbeiten könnte. Deshalb ist die BU die wichtigste persönliche Absicherung für Arbeitnehmer, Selbstständige und Beamte.
Wie viel kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Der Beitrag hängt vor allem von Beruf, Eintrittsalter, Rentenhöhe, Wartezeit und Gesundheitsstatus ab. Als Orientierung für 2026 gilt: Ein 30-Jähriger im Büro zahlt für eine 1.000 €-Rente rund 40 bis 60 € im Monat, ein Handwerker 60 bis 90 €, ein Bauarbeiter 80 bis 140 €. Bei Eintritt mit 20 Jahren ist der Beitrag oft 30 bis 40 % günstiger als mit 40.
Der Berufsunfähigkeits-Rechner kombiniert die typischen Beitragsfaktoren: eine Branchen-Basis je Berufsgruppe, einen Altersfaktor, einen Rentenfaktor, den Wartezeit-Rabatt und den Gesundheitsfaktor. So siehst du in Sekunden, wie sich deine Daten auf den Beitrag auswirken.
Beitragsbeispiele nach Berufsgruppe
| Berufsgruppe | Monatsbeitrag (ca., 1.000 € Rente) | Risikoeinschätzung |
|---|---|---|
| Beamte / Richter | 30–55 € | gering |
| Lehrer / Erzieher | 35–65 € | gering bis mittel |
| Büro / Verwaltung | 40–70 € | gering bis mittel |
| Arzt / Heilberuf | 45–80 € | mittel |
| Handwerk / Gewerbe | 60–100 € | mittel bis hoch |
| Pflege / Gesundheit | 70–120 € | hoch |
| Künstler / Medien | 70–130 € | hoch |
| Bau / Industrie | 85–150 € | sehr hoch |
Werte für einen Eintritt mit 30 Jahren, 1.000 € BU-Rente, 12 Monate Wartezeit und normaler Gesundheit – Durchschnittswerte 2026.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Faustregel gilt: Die BU-Rente sollte 70 bis 80 % deines Nettoeinkommens abdecken. Hinzu kommen laufende Kosten wie Kredite, Miete oder Versicherungsbeiträge. Wer als 35-Jähriger netto 2.500 € verdient, benötigt eine Rente von mindestens 1.750 bis 2.000 € im Monat.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht dafür meist nicht aus – sie liegt oft unter der Hälfte des früheren Einkommens und wird zudem nur bei allgemeiner Erwerbsminderung gezahlt. Die private BU schließt genau diese Lücke.
BU-Versicherung vs. Erwerbsunfähigkeitsversicherung
| Kriterium | Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) | Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) |
|---|---|---|
| Wann zahlt sie? | Wenn der zuletzt ausgeübte Beruf nicht mehr zu mindestens 50 % ausgeübt werden kann | Erst wenn jede Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich ist |
| Leistungswahrscheinlichkeit | Hoch – der konkrete Beruf ist entscheidend | Gering – nur bei allgemeiner Erwerbsunfähigkeit |
| Beitrag | Höher, da die Leistungswahrscheinlichkeit größer ist | Günstiger, aber oft unnötig, da die BU umfassender ist |
| Empfehlung | Erste Wahl für die Absicherung der Arbeitskraft | Nur ergänzend sinnvoll, wenn eine BU nicht möglich ist |