Betriebliche Altersvorsorge – der Ratgeber für 2026
Wie die bAV funktioniert, wie viel sie dir bringt und worauf du achten solltest.
bAV auf einen Blick
- Entgeltumwandlung: Vom Bruttogehalt in die Altersvorsorge – vor Steuern und Sozialabgaben.
- AG-Zuschuss: Seit 2019 mindestens 15 % des umgewandelten Betrags – viele Tarifverträge zahlen mehr.
- Ersparnis: Bis zu rund 30 % Steuern + 20 % Sozialabgaben – die Nettobelastung sinkt spürbar.
- Wichtig: Die spätere Betriebsrente wird in der Regel voll versteuert und mit Kranken-/Pflegebeiträgen belastet.
Was ist die betriebliche Altersvorsorge?
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist neben Riester und Rürup die dritte Säule der geförderten Altersvorsorge. Über den Arbeitgeber fließt ein Teil des Gehalts in einen Vorsorgebaustein – entweder als Entgeltumwandlung oder als rein arbeitgeberfinanzierte Leistung.
Der entscheidende Vorteil: Die Beiträge werden vor Steuern und Sozialabgaben vom Bruttogehalt abgezogen. Du sparst also nicht nur für die Rente, sondern reduzierst gleichzeitig deine heutige Abgabenlast.
Entgeltumwandlung und Arbeitgeber-Zuschuss
Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts – der Arbeitgeber führt diesen Betrag direkt in deine bAV. Seit 2019 muss er dafür mindestens 15 % des umgewandelten Betrags dazuzahlen (gesetzliches Minimum).
Viele Tarifverträge und Arbeitgeber übertreffen diesen Wert deutlich und zahlen 20 %, 30 % oder mehr. Der Betriebliche-AV-Rechner berücksichtigt deinen Zuschuss und zeigt, wie stark er dein angespartes Kapital wachsen lässt.
| Monatlicher Beitrag | Steuer + SV-Ersparnis (ca.) | Nettoaufwand (ca.) |
|---|---|---|
| 150 € | 75 € | 75 € |
| 250 € | 125 € | 125 € |
| 400 € | 200 € | 200 € |
Steuer- und Sozialabgaben-Ersparnis
Der Beitrag zur bAV wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Dadurch sinken im selben Monat sowohl deine Lohnsteuer als auch deine Sozialversicherungsbeiträge. Bei einem Beitrag von 150 € bleiben so oft nur rund 75 € netto übrig – der Staat trägt die andere Hälfte.
Steuerfrei sind Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (Orientierungswert 2026: ca. 3.624 € pro Jahr). Der Rechner verwendet für die Schätzung realistische Durchschnittssätze von 30 % Steuern und 20 % Sozialabgaben.
Die fünf Durchführungswege der bAV
Je nach Branche und Arbeitgeber wird die bAV über einen von fünf Durchführungswegen umgesetzt. Sie unterscheiden sich in Garantien, Kosten und steuerlicher Behandlung – der Grundvorteil bleibt aber gleich.
- Direktversicherung: Der Arbeitgeber schließt eine Lebensversicherung für dich ab.
- Pensionskasse: Gemeinsame Einrichtung mehrerer Unternehmen mit Garantieniveau.
- Pensionsfonds: Höhere Renditechancen, dafür kein Garantiezins.
- Unterstützungskasse: Rechtsform der betrieblichen Versorgung ohne eigene Rechtsansprüche.
- Direktzusage: Der Arbeitgeber sagt dir eine spätere Betriebsrente direkt zu.
Vorteile und Nachteile der bAV
- Vorteil – Sofortersparnis: Dein Nettoaufwand ist durch Steuer- und SV-Ersparnis deutlich niedriger als der gesparte Beitrag.
- Vorteil – Arbeitgeberzuschuss: Mindestens 15 %, oft mehr – ein Zuschuss, den du nirgendwo sonst bekommst.
- Vorteil – keine Beratungskosten: Der Abschluss läuft über den Arbeitgeber, Provisionen sind gesetzlich begrenzt.
- Nachteil – Besteuerung: Die spätere Betriebsrente wird in der Regel voll versteuert und mit KV-/PV-Beiträgen belastet.
- Nachteil – Bindung: Bei einem Arbeitgeberwechsel musst du den Vertrag mitnehmen oder neu vereinbaren.